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中国茶文化 | DIE WELT DER CHINESISCHEN TEEKULTUR

Die Holländer brachten uns den Tee im 16. Jh. mit ihren Handelsschiffen nach Europa. Er war ein willkommenes Getränk und wurde mit mit dem Wort benannt, das die chinesischen Hafenarbeiter benutzten: „teh“. In Russland verbreitete sich der Tee über den Landweg entlang der Seidenstraßen. Dort kennt man das Getränk unter den hochchinesischen Begriff: „Cha“ – wie auch in Indien, der Türkei und Portugal.

China ist das Ursprungsland des Tees und produziert noch heute am meisten Tee. Die Sage geht, dass schon der mythische Urkaiser Shennong die Teepflanze wegen ihrer heilenden Wirkung vor 5.000 Jahren kultiviert habe. Die buddhistischen Mönche tranken ausgiebig Tee, um länger konzentriert meditieren zu können. Dank ihnen verbreitete sich das Teetrinken im ganzen Reich und nach Japan.

Schwarzer und grüner Tee stammen von der gleichen Pflanze. Der Unterschied liegt in der Verarbeitung. Grüner Tee ist das gerollte und getrocknete Blatt des Teestrauches, schwarzer Tee entsteht durch Fermentation – der Zellsaft des Blattes reagiert mit dem Luftsauerstoff. Das Blatt verfärbt sich schwarz, vor allem aber verändern sich die Gerb- und Bitterstoffe. Im grünen Teeblatt sind diese Bitterstoffe noch enthalten. Ihr Vorteil: sie binden freie Radikale und sind krebshemmend. Weiterhin unterbinden sie die zu starke Wirkung des im Tee enthaltenen Coffeins. Der Nachteil: Grüner Tee schmeckt schnell bitter. Dem versucht man in Europa mit niedrigen Aufgusstemperaturen zu entgehen; in China verhindert man zu bittere Tees mit kurzen Ziehzeiten.

Übrigens: Unser schwarzer Tee heißt in China roter Tee – nach der Farbe des Aufgusses. „Schwarztee“ bezeichnet in China ganz andere Sorten. Diese entstanden in Zentral- und Südwestchina wahrscheinlich als Ergebnis des Transportes auf Pferderücken, wo der Tee abwechselnd Sonnenwärme und Regen ausgesetzt war. Pu’er gilt als ein solcher „Schwarztee“. Dass bei uns der schwarze Tee Verbreitung fand, ist sicherlich dem Umstand solch langer Transportwege geschuldet. Im Schiffsbau verstauter grüner Tee kam in Europa als fermentiertes, schwarzes Teeblatt an. Deshalb bezeichnen wir diesen Tee nach der Farbe des Blattes, und nicht nach der roten Farbe seines Aufgusses.

泡茶方法 | AUFGIESSEN DES TEES

Im Alltag trinkt man in China „Teewasser“, das einem in Restaurants auch kostenfrei eingeschenkt wird. Im ganzen Land können Sie Personen mit einem Schraubglas in der Hand durch die Büros laufen sehen. In das Glas wird eine Handvoll Teeblätter gegeben und über den Tag immer wieder mit heißem Wasser aufgegossen.

Das rituelle und genüssliche Teetrinken wird als „Teekosten“ bezeichnet. Getrunken wird aus „gaiwan“ – den typischen chinesischen Porzellantassen mit Deckel – oder als „gongfu cha“ mit zwei Tonkannen und Teetassen, deren Größe an das Puppengeschirr Ihrer Kindheit erinnern mag.

Bei „Gaiwan“ zieht der Tee direkt in der Trinkschale. Beim Trinken schieben Sie den Deckel ein klein wenig und halten die Blätter in der Tasse. Ihr Vorteil: Sie können das Teeblatt in ihrer Tasse tanzen und sich entfalten sehen. Auch ist die Tasse zumeist aus weißem Porzellan und so können Sie die Farbe des Tees gut erkennen. Es mag Sie aber stören, dass einzelne Teeblätter den Weg aus der Tasse in ihren Mund finden.

„Gongfu Cha“ verhindert dies. Das Teeblatt zieht in einer eigenen Kanne, der fertige Tee wird dann in die Ausschankkanne abgegossen und von dort in die kleinen Trinkgefäße. „Gongfu Cha“ wird zumeist für halbfermentierte Tees genutzt. Dies hat mehr historische Gründe als ästhetisch-geschmackliche und wurde eigentlich für halb-fermentierte Tees genutzt. Sie können aber auch die "Gaiwan"-Schale als Teekanne nutzen, und statt direkt zu trinken, in weitere Trinkgefäße umgießen. Da aus zumeist aus kleinen Tassen getrunken wird, wird ständig nachgegossen. Dies betont die gemeinsame Beziehung und stärkt Freundschaften. Nicht ich und meine private Tasse Tee, sondern das kollektive und Gemeinschaft stärkende Teilhaben an jedem Aufguss.

Für Wassertemperaturen und Ziehzeiten werden in China keine Stoppuhr und auch kein Thermometer genommen. Man hat sich mit jedem Tee und jeder Ernte individuell anzufreunden. Selbst jeder Aufguss hat seine eigene Ziehzeit. Teetrinken und –aufgießen ist keine wissenschaftliche Betätigung, sondern das Verweilen im Moment und Genießen der aktuellen Stimmung. Mögen Sie es lieber etwas kräftiger und bitterer, lassen Sie etwas länger ziehen. Möchten Sie heute eine leichte und sanfte Note, dann gießen Sie den Aufguss früher in die Tasse.

Meister Zhao bevorzugt eine Ziehzeit um die 10 Sekunden, die von Aufguss zu Aufguss um einige Sekunden verlängert wird. Frau Chou, Teemeisterin in Zürich, lässt ihre grünen Tees ca. 1 Minute ziehen. Wieder andere geben den Richtwert von einer halben Minute. Probieren Sie es selbst aus und finden ihren „Teeweg“.

„Wenn im Kessel Blasen so groß wie Fischaugen aufsteigen, nehme man den Kessel vom Feuer!“ Diese Empfehlung schrieb Lin Yutang in seiner kurzen Abhandlung „Vom Tee und von der Freundschaft“ in seinem Werk „Weisheit des lächelnden Lebens“. Zerkochtes Wasser enthält wenig Sauerstoff. Sauerstoff fördert aber die Geschmacksaufnahme der Zunge. Das Wasser soll die richtige Härte haben. Kalk zementiert das Teeblatt ein. Chinesische Teemeister vertreten die Ansicht, dass Wasser aus Bergquellen Flusswasser vorzuziehen sei, an dritter Stelle rangiert Brunnenwasser.

LITERATUR

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